bewohner beim spielen
               

Projekt "Jung und Alt"

Ein Stück echtes Leben in einem Mehrgenerationenzusammenhang, wie er heute kaum noch existiert

Das Projekt „Jung und Alt“ besteht seit den Anfängen unseres Hauses, also seit 1999. Ziel des Projektes sind intensive Begegnungen zwischen jungen und alten Menschen.
Jugendliche einer achten Hauptschulklasse und Kindergartenkinder treffen sich einmal wöchentlich für 2 Stunden mit den Bewohnern bei uns im Johannishof. Die achte Klasse der Anne-Frank-Schule kommt immer mittwochs, die Kinder des Naturkindergartens sind alle zwei Wochen dienstags an der Reihe.

Durch die gemeinsamen Erfahrungen und den regelmäßigen Austausch wächst Verständnis für die besonderen Lebenslagen der verschiedenen Altersgruppen. Dieser Kontakt wird von den „Jungen“ wie den „Alten“ als sehr positiv, lebendig, herzlich und unkompliziert erlebt.

So strahlen die Augen der Heimbewohner, wenn die kleinen Kinder auf sie zugestürmt kommen und erzählen, singen, basteln, spielen und auch mal toben wollen. Die ungezwungene Fröhlichkeit der Kleinen wirkt ansteckend und lässt Schmerz und Krankheit vergessen. Stolz begleiten die Kinder schließlich „ihre“ Bewohner auf die Zimmer und verabschieden sich herzlich bis zum nächsten Mal.

Auch die Schülerinnen und Schüler der Anne-Frank-Schule finden sich für die Dauer des Schuljahres mit je einem Bewohner zusammen. Die „Jungen“ holen, wie die ganz Kleinen, die „Alten“ von ihren Zimmern ab. Ihre gemeinsamen Aktivitäten stehen immer unter dem Motto: „Leben früher und heute“. Sie staunen, reden, lachen miteinander. Manche Freundschaft – sogar über das Projekt hinaus – entsteht.

Herausragend sind Ereignisse, die nicht nur leicht sind. Im Altenheim werden Krankheiten, Behinderung und schließlich das Ende des Lebens von den jungen Mensche hautnah miterlebt. Von einer Klassenfahrt schrieben die Schüler an „ihre“ Bezugsperson eine Ansichtskarte – große Freude bei den Bewohnern. Aber eine Karte erreichte ihre Adressantin nicht mehr, sie war verstorben.

Alle Schüler wollten an einer Abschiedsfeier in der Kapelle teilnehmen. Der Kartenschreiber hatte einen Blumenstrauß dabei. Gemeinsam zogen sie in die Kapelle, erinnerten sich an die Verstorbene, sangen und beteten gemeinsam. Für fast alle jungen Leute eine erste und neue Erfahrung, die mit großer Andacht erlebt wurde.

So würdevoll und anrührend kann die Arbeit mit Hauptschülern sein.

Offizielle Anerkennung

Beim Festival der Generationen in Hannover im Jahr 2005 gewann unser Projekt dann auch den ersten Preis unter 180 Bewerbern. Die Jury war von der Vielseitigkeit und dem Tiefgang unseres Projektes beeindruckt.
Jung und Alt reisten gemeinsam nach Hannover und nahmen den mit 10.000 Euro dotierten Preis voller Stolz von der damaligen Frau Ministerin von der Leyen in Empfang. Das Preisgeld wurde für ein Kunstprojekt verwendet, in dem „Alt“ und „Jung“ zusammen malten und gestalteten Viele schöne Dinge entstanden durch gemeinsames Wirken und Werken, das durch eine Kunsttherapeutin, die wir von dem Preisgeld engagieren konnten, begleitet wurde.

Im Jahr 2006 präsentierten „Alt“ und „Jung“ der Öffentlichkeit einige Ergebnisse ihres künstlerischen Schaffens in Form einer Vernissage.

 

 

 

frau mit kind
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